Gefördert vom Förderungs- und Hilfsfonds des DKV – – –
„Die Andacht“ ist ein 2020 in Leipzig gegründetes Duo, bestehend aus Markus Rom (E-Gitarre) und Philipp Martin (E-Bass). Im Februar 2026 wurde ein neues Programm in einer Studiophase aufgezeichnet, das im Juli 2026 im Rahmen einer Kurztour durch Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen erstmals überregional präsentiert wird.
Das Duo verfolgt einen minimalistischen Kompositionsstil, der die bewusste Beschränkung der künstlerischen Mittel zum zentralen Prinzip erhebt. Kompositorisch werden die beiden Instrumente wie ein einziges behandelt: Eng gestrickte, netzartige Texturen erzeugen einen schwebenden Klangeindruck, in dem kleine Motive und Spieltechniken in kontinuierlicher Permutation kombiniert werden. Die Stücke bewegen sich zwischen offenen, aleatorischen Prinzipien und festgelegten repetitiven Strukturen – stilistisch beeinflusst von Brian Eno, Erik Satie und Steve Reich. Im Raum verteilte Spielautomaten, deren Lichtspiele einen visuellen Bezug zur aleatorischen Rhythmik der Musik herstellen, ergänzen das Bühnenkonzept.
Über die künstlerische Weiterentwicklung hinaus verstehen die Musiker ihre Veranstaltungen als Räume des Rückzugs in einem von Krisen geprägten gesellschaftlichen Klima – Orte, an denen Menschen jenseits weltanschaulicher Zugehörigkeiten Gemeinschaft erleben können. Diese Wirkung ergibt sich nicht programmatisch, sondern aus dem kontemplativen Charakter der Musik selbst.
Ein zentrales Anliegen der Tournee ist kulturelle Teilhabe abseits urbaner Zentren. Das Duo bespielt gezielt strukturschwache und ländliche Spielstätten, an denen Raumklang-Installationen dieser Art kaum präsent sind, und leistet damit einen Beitrag zur dezentralen Kulturversorgung. Die Einbindung lokaler Organisator*innen stärkt dabei nachhaltig regionale Kulturstrukturen.
„Die Andacht“ verbindet ein präzises kompositorisches Konzept mit einem Aufführungsformat, das unabhängig von klassischer Konzertinfrastruktur funktioniert. Das Duo bespielt Offspaces, Galerien, Nachbarschaftsgärten und Alltagsorte – Räume, die durch die Performances einen neuen Kontext erhalten. Diese Kombination aus ästhetischer Konsequenz und formatbezogener Flexibilität unterscheidet das Projekt von anderen instrumentalen Ensembles und erschließt Spielräume jenseits etablierter Konzert- und Festivalformate.
Nächste Termine
3.7. – Kulturwirtschaft Walden, Nordendorf
4.7. – Beep Boop, Landau
5.7. – Wohnzimmer, Schwarzenbach
tba – Leipzig
tba – Weimar