Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung des DKV am 05.05.2026 wurde ein in großen Teilen neuer Vorstand gewählt, dem ich als Präsident vorstehen darf. Ich möchte allen Angehörigen des bisherigen Vorstands meinen Respekt und meinen herzlichen Dank aussprechen. Viele Engagierte dieses Teams haben über Jahre und teilweise Jahrzehnte Verantwortung für den Verband übernommen und hierfür viel Zeit, Kraft und persönliches Engagement eingebracht. Das soll durch den schwierigen Blick auf das vergangene Jahr nicht verstellt sein. Ihr Engagement bildet die Grundlage dafür, dass wir die Arbeit des Verbandes nun fortsetzen und einen Neuanfang wagen können.

Das Alleinstellungsmerkmal des DKV in der deutschen Verbandslandschaft und zugleich seine Berechtigung ist aber gerade der Zusammenschluss und Austausch über musikalische Genregrenzen hinweg. Der DKV soll ein Diskussionsraum und Vernetzungspunkt sein, damit Komponierende mit einer gemeinsamen starken Stimme auftreten können.

Diese gemeinsame Stimme ist dringend notwendig in Zeiten tiefgreifender Veränderungen und Bedrohungen des Kultursektors. Dies beinhaltet Themen wie KI und Lizenzierung, angemessene Vergütung im Streaming, die Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die Ausbildung des musikalischen Nachwuchses an Schulen, Musikschulen und Hochschulen, allgemeine Kürzungen im Kulturbereich, die gesellschaftliche Inklusion sowie die Auswirkungen der politischen Spaltung unserer Gesellschaft.

Hier werden wir mit unseren Partnerverbänden für Belange von Komponierenden und weiteren Partnern des Musik- und Kulturlebens sowie Dachverbänden national und international themengebunden eng zusammenarbeiten.

Auf der GEMA-HV wurde die Reform der Kulturförderung beschlossen. Für die Kolleginnen und Kollegen der „E-Musik“ bedeutet dies persönliche Einschnitte und Veränderungen. Die Fachgruppe für Ernste Musik FEM+ hat das für diese Sparte begleitet. Zuletzt gab es noch einige Modifikationen für die Sparte E/CCL mit der Wahl der Förderkommission durch die GEMA-Mitgliederversammlung und festen Plätzen für E/CCL in dieser Kommission. Auch konnte statt der durchgehenden Direktverteilung für das untere Inkassosegment eine kollektive Verteilung nach dem Zeitpunktwert erreicht werden. Das soll nicht den Blick von den Härten für Einzelne ablenken. Zuletzt aber zeigte sich auch seitens anderer GEMA-Mitglieder und Verbände eine Wahrnehmung der E-Musik nicht als Gegner, sondern als Partner.

Für die Sparte U/L wird es nun neue Fördermöglichkeiten geben. In der Pilotphase wird hier auch noch wie in E/CCL einiges zu besprechen und justieren sein. Die Umsetzung der Reform wollen wir als starker Partner in der Übergangsphase bis 2030 im Interesse aller Sparten beobachten und mitgestalten. Denn uns eint über alle Sparten und Genres hinweg die Freude und Begeisterung, professionell Musik zu komponieren und aufzuführen sowie die Werke der anderen erleben und wertschätzen zu können.

 

Alexander Strauch

Foto: © Anna Motzel-Habermehl

 

Interview mit Alexander Strauch für die Sendung „Musikjournal“ im Deutschlandfunk vom 11.05.26 (10 min.)